Alles fing damit an  .  .  .

dass wir uns im Frühjahr 2011 bei Mättes im Keller über Endurofahren unterhielten.

Holli hatte sogar einen Denzel bemüht und dort etwas von Piemontesischen und Ligurischen Militärstraßen gefunden. Holli und Mättes hatten gerade festgestellt, dass das Motorradfahrerleben nach mehr verlangt, als mit dem Kackstuhl zu Kuttenfeten zu fahren. Dann gab es noch Bernd, der bekennende BMW Hetzer, der zur F 800 GS gefunden hatte. Mättes und Holli hatten sich zwei XTZ 750 Supertenere an Land gezogen. Da passte ich ja dann mit der DR 650 SE gut mit dazu.

Nur gut, dass Bernd für die Clubzeitung seiner Motorrad- Krabbelgruppe einen Artike geschrieben hat, der alles Weitere berichtet:

Alter schützt vor Torheit nicht, altes Sprichwort, aber immer noch wahr.

Und so kam es zu unserer Tour. Mein Schwager Mattes und sein Kumpel Daniel kauften sich beide eine Yamaha Super- Tenere und wollten eine Tour machen. Beide Enduro unerfahren, wollten ein paar Tipps und Ratschläge für eine große Motorrad- oder Endurotour. Nach Gesprächen mit den beiden, kam das Piemont (Italien, links westlich von Turin) in Frage und man konnte im Internet nachlesen, was für ein Endurofahren dort möglich ist. Ich war schon mal da, 1993 mit meiner XJ, aber nicht zum Enduro fahren. Einmal auf den Geschmack gekommen, diskutierte man, dass man auch zu dritt (!) fahren könnte. Da ich früher sehr viel im Gelände unterwegs gewesen bin, brauchten die beiden nicht lange und ich war überzeugt, da muss ich einfach mit. Mit unserem Kollegen Erich wollten wir noch sprechen, weil er die Gegend auch schon mal besucht hat. So ein Zufall, dass er zu dem Zeitpunkt frei machen konnte und schon waren wir zu viert.
So weit so gut. Zuerst wurde eine Probetour zum Enduro fahren nach Luxembourg gemacht, um zu schauen, wie groß oder klein die Fahrkenntnisse der Einzelnen sind und ob die Gruppe überhaupt zusammenpasst. Aber, wie schon vermutet, wurde kein Hindernis gefunden, um unsere Tour zu stoppen.

Tag 1
Die drei zogen es vor mit dem motorradbeladenen Anhänger am Freitag Nachmittag zu starten. Da ich aber noch ein bisschen Stolz in mir trage, fuhr ich am Samstag um 3 Uhr in der Früh alleine los, in Richtung Südfrankreich.
Im Leyloch dachte ich noch, echt klasse so ein Navi, alle Routen, die wir im Gelände fahren wollten, sind drauf und es bringt mich obendrein noch zum Piemont. Man sollte es allerdings anschalten. In Kalterherberg, unter einer der letzten deutschen Straßenlampen habe ich es bei ausgeschaltetem Motor angeschaltet. Jetzt wieder starten und los. Denkste, müde dreht der Anlasser (nix gemerkt bis dahin) und es war klar, die Batterie ist platt. Nach Hause, Batterie neu, verpasste Tour, ne kommt nicht in Frage. Motorrad anrollen lassen und wenn geht, nicht mehr ausmachen. So fuhr ich bis Luxembourg, Nancy und Grenoble tankte mit laufendem Motor unter den staunenden Blicken der Dosenfahrer. Kurz vor den Bergen, entdeckte ich dann an der Route National einen Triumphhändler, der samstags um 14.30 Uhr noch auf und sogar noch Schrauber in der Werkstatt hatte. Ich fuhr bis vor die Werkstatt, machte die BMW aus und erzählte den beiden Mechanikern was los war. Die glaubten nicht, dass es die Batterie war (route tres longe/zu Lange Strecke), nachdem aber
beim Betätigen des Starter kaum noch drehte erkannten sie mein Problem. Eine neue Batterie war schnell gefunden, eigentlich für die Triumph Tiger 800 (iiieehh), aber man wollte ja weiter. Nach 30 Minuten und 85 Euro weniger ging es beruhigt weiter. Weit hinter dem Mont Blanc ging es, über den Col du Galibier (2645m) in Richtung Bardoneccia. Noch 80 Kilometer Luftlinie (nach Navi) bis zum Campingplatz, und somit zum wohlverdienten ersten Bier; sollte eine Sache von 1 ½ Stunden sein. Wieder denkste, um halb sechs Abends und nach weiteren 180 Kilometern erreichte ich den Platz in Salbertrand. Die Anderen waren schon da und man hatte mir ein Bier kaltgestellt.
Belgisch rot mit Alkohol.
Zelte aufgebaut, und ab in die Pizzeria am Platz, ein paar Cervezza´s und ab in die Heia.












Tag 2
Wir wollten am nächsten Tag früh raus, also ging der Wecker um sechs. Duschen, anziehen, Panini holen, frühstücken, Moped packen und los. Bei herrlichstem Wetter ging es nun auf den ersten Berg. Wie war der Weg, war es ein Weg, durfte man dort fahren, und wenn uns doch ein Carabinieri anhielt?
ROT
Diese Fragen schossen mir durch den Kopf, als wir vom geteerten Weg auf einen, selbst für uns in der Eifel, sehr schlechten Feldweg abbogen. Matsch, Steine in Rucksackgröße, und Hubbel von teilweise ¾ Meter Höhe ließen uns die Sache langsam und vorsichtig angehen. Nach 20 Minuten merkte ich, dass sich mein Arme verkrampften und das Fahren im Stehen doch anstrengender war, als ich es noch von vor 20 Jahren in Erinnerung hatte. Anscheinend ging es den anderen ähnlich, denn jetzt wurde die erste Pause gemacht. Kurz vor dem Tunnel di Jafferau konnten wir die ersten Steinabgänge sehen, die unterfahren werden mussten. Wir ließen noch kurz eine Horde Crossfahrer vorbei, und schon ging’s weiter. Als ob alle Bewegungen und Reflexe fürs Geländefahren auf einmal wieder da waren, ging’s jetzt wie geschmiert den Berg hinauf. Bis auf 2850m ging es auf den Jafferau hoch. 0 Grad, aber keiner hatte kalt, echt anstrengend. Nach kurzem Aufenthalt ging es 2 km bergab zum ersten Fort (die gibt es dort überall und in jeder Höhe). Immer zügiger ging es bergab an mehreren Forts vorbei, bis auf die Hauptstraße, die uns wieder zum Campingplatz führte. Kurz gestärkt, getankt und ab ging es auf den zweiten Berg, den Sommelier. Anfahrt vom Tal bis zum Gipfel ca. 18 km , Gefahrenklasse 3-4 lt. Denzel. Nun ja, man gönnt sich ja sonst nichts. Nach kurzer Teerpassage ging es nicht mehr weiter, Brücke weg. Aber die freundlichen Bauarbeiter wussten eine Umleitung, zwischen den kleinen Häuser geht die breite Straße (1,5 m) bis aufs Feld und danach kommt sofort der Pfad der zur Alm und weiter auf den Sommelier führt. Also Gas bis an die Alm. Kurz die Kühe begrüßt und weiter durch Steinlandschaften und gröbsten Schotter bis auf 2998m über NN. Eine Super Fernsicht, blauer Himmel, was will man mehr. Auf der sehr steinigen und holprigen Abfahrt sollte ich vorfahren damit die Anderen von oben nach
unten Bilder machen konnten. Nachdem ich hinter einer Kurve verschwunden war, sah ich vor mir in der nächsten Haarnadelkurve eine verletzte Frau mit einem Mountainbike liegen. Ihr Mann stieg gerade vom Rad ab und lief zu Ihr. Ich hielt sofort an und sah ein paar tiefe Schnittwunden an Beinen und Armen. Es war ein englisches Pärchen mit viel Kondition aber ohne Pflaster. Da ich im Rucksack ein Verbandskasten hatte, desinfizierte und verband ich die Frau so gut ich konnte. Nachdem ich fertig war und die beiden jetzt mit dem Fahrrad bergab rollen wollten, kam Erich angeflogen, schaute auf das Rad, auf die Frau und meinte nur: warst du das? Verletzungen nein, Verband ja; komm wir fahren, sind ja nicht zum Vergnügen da. An der Alm wurde angehalten, damit der Durst gelöscht und der Staub im Mund weggespült werden konnte.
Dort trafen wir 2 Belgier, die auch auf unserem Campingplatz waren. Mit denen zusammen fuhren wir dann zurück nach Salbertrand auf den Platz. Kette schmieren, duschen, essen, 3 Bier, schlafen.
























Tag 2
Wir wollten am nächsten Tag früh raus, also ging der Wecker um sechs. Duschen, anziehen, Panini holen, frühstücken, Moped packen und los. Bei herrlichstem Wetter ging es nun auf den ersten Berg. Wie war der Weg, war es ein Weg, durfte man dort fahren, und wenn uns doch ein Carabinieri anhielt?
ROT
Diese Fragen schossen mir durch den Kopf, als wir vom geteerten Weg auf einen, selbst für uns in der Eifel, sehr schlechten Feldweg abbogen. Matsch, Steine in Rucksackgröße, und Hubbel von teilweise ¾ Meter Höhe ließen uns die Sache langsam und vorsichtig angehen. Nach 20 Minuten merkte ich, dass sich mein Arme verkrampften und das Fahren im Stehen doch anstrengender war, als ich es noch von vor 20 Jahren in Erinnerung hatte. Anscheinend ging es den anderen ähnlich, denn jetzt wurde die erste Pause gemacht. Kurz vor dem Tunnel di Jafferau konnten wir die ersten Steinabgänge sehen, die unterfahren werden mussten. Wir ließen noch kurz eine Horde Crossfahrer vorbei, und schon ging’s weiter. Als ob alle Bewegungen und Reflexe fürs Geländefahren auf einmal wieder da waren, ging’s jetzt wie geschmiert den Berg hinauf. Bis auf 2850m ging es auf den Jafferau hoch. 0 Grad, aber keiner hatte kalt, echt anstrengend. Nach kurzem Aufenthalt ging es 2 km bergab zum ersten Fort (die gibt es dort überall und in jeder Höhe). Immer zügiger ging es bergab an mehreren Forts vorbei, bis auf die Hauptstraße, die uns wieder zum Campingplatz führte. Kurz gestärkt, getankt und ab ging es auf den zweiten Berg, den Sommelier. Anfahrt vom Tal bis zum Gipfel ca. 18 km , Gefahrenklasse 3-4 lt. Denzel. Nun ja, man gönnt sich ja sonst nichts. Nach kurzer Teerpassage ging es nicht mehr weiter, Brücke weg. Aber die freundlichen Bauarbeiter wussten eine Umleitung, zwischen den kleinen Häuser geht die breite Straße (1,5 m) bis aufs Feld und danach kommt sofort der Pfad der zur Alm und weiter auf den Sommelier führt. Also Gas bis an die Alm. Kurz die Kühe begrüßt und weiter durch Steinlandschaften und gröbsten Schotter bis auf 2998m über NN. Eine Super Fernsicht, blauer Himmel, was will man mehr. Auf der sehr steinigen und holprigen Abfahrt sollte ich vorfahren damit die Anderen von oben nach
unten Bilder machen konnten. Nachdem ich hinter einer Kurve verschwunden war, sah ich vor mir in der nächsten Haarnadelkurve eine verletzte Frau mit einem Mountainbike liegen. Ihr Mann stieg gerade vom Rad ab und lief zu Ihr. Ich hielt sofort an und sah ein paar tiefe Schnittwunden an Beinen und Armen. Es war ein englisches Pärchen mit viel Kondition aber ohne Pflaster. Da ich im Rucksack ein Verbandskasten hatte, desinfizierte und verband ich die Frau so gut ich konnte. Nachdem ich fertig war und die beiden jetzt mit dem Fahrrad bergab rollen wollten, kam Erich angeflogen, schaute auf das Rad, auf die Frau und meinte nur: warst du das? Verletzungen nein, Verband ja; komm wir fahren, sind ja nicht zum Vergnügen da. An der Alm wurde angehalten, damit der Durst gelöscht und der Staub im Mund weggespült werden konnte.
Dort trafen wir 2 Belgier, die auch auf unserem Campingplatz waren. Mit denen zusammen fuhren wir dann zurück nach Salbertrand auf den Platz. Kette schmieren, duschen, essen, 3 Bier, schlafen.












Tag 6
Die gleiche Startprozedur wie immer, und heute sollte der Finestre und die Assietta noch mal versucht werden. Wetter im Tal: iO. auf den Bergen iO, na dann mal los. Die Anfahrt zum Finestre hoch war jetzt ohne Nebel und Regen einfach klasse. Zur Hälfte eine 1,5 Meter breite Teerstraße der Rest feiner Schotterbelag, aber komplett ohne gerade, ideal zum Driften. Oben kam uns ein Kalb, ne, doch ein Hund (nach genauem Hinsehen) entgegen, dessen Rückenhöhe die gleiche war, wie die von meiner Sitzbank. Noch ein kurzes Stück bergab, dann ging’s auf die Assiettakammstraße. Wie der Name schon sagt, führte diese 22 km lange Straße über den Assiettakamm. Bei super Fernsicht und klasse Wetter hielten wir öfters an, nur um in die Gegend zu schauen. Kurzer Stopp an zwei Partisanengräbern, dann kurz in die Karte geschaut, dabei sahen wir auf der Karte und im Panorama alle Gipfel, die wir bis jetzt „erfahren“ hatten. Nach der Assiettaetappe waren alle geplanten Routen gefahren. Zufrieden plante man auf einem Parkplatz einen „kurzen“ Umweg über Vandezza (ein verlassenes Bergdorf), um dann an einer Jausenstation Rast zu machen und sich dort zu stärken. Pi mal Daumen in Richtung Vandezza, halb nach Navi und Gefühl. Das hat man dann davon: die anfangs noch 2 m breite Straße, wurde immer enger. Die letzten 3 Kilometer waren ein grober Schotterpfad, nicht breiter als einen halben Meter, der in dem Dorf endete. Der Pfad an sich war noch ganz gut zu fahren (Lacher), aber
die 30 Stück 180 Gradkehren, bei denen man zum größten Teil noch zurücksetzen musste, machten uns einige Mühe, da es dabei hinter uns 200 Meter steil bergab und vor uns senkrecht hoch ging. Wie schon gesagt, endete der Pfad in dem Bergdorf und wir dachten an Erholung. Die hatten wir aber noch nicht, da bei der Dorfeinfahrt der Pfad zwar breiter (1,5m) wurde aber mit ca 25-28% Steigung und losem Schotter zur Herausforderung wurde.
Besagte Steigung war 100 Meter lang und knickte 90 Grad nach Rechts ab, um auf den letzten 12 Metern noch einmal 10% mehr zu steigen. Erich fuhr vor mir, und im Rechtsknick verschluckte sich seine DR. Wie in Zeitlupe brach das Motorrad aus, schmiss Erich in einen Hauseingang und legte sich breit über seinen Fahrer. Ein Bild für die Götter, Erich mit Rucksack im Haussims bedeckt von seinem Motorrad. Ich brachte es irgendwie fertig meine F zum Stehen zu bringen und in der Schräge auf den Ständer zu bekommen. Auf meine Frage an Erich, ob alles in Ordnung sei, oder er Schmerzen hätte, kam Gott sei Dank ein fast lachendes: ne kein Problem, nur was eng hier. Aber als ich dann sagte, bleib mal so liegen, ich hol mal grad den Foto, reagierte er doch leicht säuerlich. Also hievte ich die DR hoch, so dass Erich aufstehen und sich wieder auf das Moped setzen konnte. Anlauf geholt, ein bisschen Anschieben und so ging’s dann bis auf den Dorfplatz. Mattes und Daniel waren derzeit auch die Piste bis zur BMW hochgefahren und wollten helfen, dabei fiel Daniel und Mattes einmal beim Abstellen und einmal direkt mit dem Motorrad um, dabei rutschten sie
inkl. Motorrad ein paar Meter den Berg hinunter. Ich also wieder runter, Motorräder aufheben, aufsitzen, anschieben und den Berg hoch. Danach war ich „ferdisch“. Wir fuhren
bis auf einen Wanderparkplatz, wo sich zwei nach schmerzhaften Stürzen erholten und einer die Schäden an der Tenere untersuchen konnte. Aber es blieb alles bei kleinen Blessuren, die man zumindest bei der Tenere mit Tape behandeln konnte. Nach einer Stunde fuhren wir weiter um auf der Bergstation Rast zu machen. Weiter über Skirampen und Schotterpisten ging es bis nach Sestrier. Ab da wurde wieder Teer bearbeitet bis zum Campingplatz.















Tag 7
Eine Kurze Tour sollte heute den Abschluss bilden, und zwar auf eine Alm namens La Riposa und um den Lac de Mont-Cenis. Später als sonst fuhren wir in Richtung Susa, dann links berauf um irgendwann an der Alm anzukommen. Die Alm war eine Alm, aber halt ohne Essen und Trinken. Dafür sah man aber auf der südlichen Seite den Finestre und das komplette Susatal mit allen Gipfeln und am östlichen Ende Turin in einer Dunstwolke (einfach geil). Wieder bergab, aus Susa raus. Ab jetzt gab es fast nur noch Teer. Nach einer kurzen Kaffeepause in Moncenisio fuhren wir einmal Rund um den See und wieder nach Salbertrand, um im Platzrestaurant den Abend und den Urlaub ausklingen zu lassen.